Frühlingsgefühle

Federn aller journalistischen Facetten lassen sich, und danach lässt sich die Uhr genau stellen, alle Jahre wieder beim erspriesslichen Scheinen der ersten Sonnenstrahlen von der in ihnen wohnenden Lust anstecken, über Frühlingsgefühle zu schreiben.

Volkstümelnde unter ihnen beklatschen das Kürzerwerden der Hosen und Röcke, andere wiederum zitieren Klassiker der deutschen Romantik und wieder andere raten zu besonders sparsamem Essverhalten an, auf dass der Lenz genutzt werde, in die richtige Sommerform zu kommen. Es ist, und das muss deutlich gesagt werden, nicht wie bei einem feinen Wildgulasch: aufwärmen macht’s besser. Im Gegenteil: Es steht zu befürchten, dass die sich jährlich wiederholende Darbietung abgelesener Küchenweisheiten zum Frühjahr den Leser ermüdet. 

 

Aus Jägersicht hält der Frühling vielleicht Perspektiven bereit, die einem noch neu und unverbraucht vorkommen mögen, so wie frischer Morgentau auf einer wenig bewanderten Hütte auf einem Schweizer Alpengipfel. So ist zum Beispiel nur einer statistisch unbedeutenden Minderheit in Deutschland bekannt, dass es sich beim Maibock nicht nur um ein Starkbier, sondern auch um einen im selben Monat gestreckten Rehbock handelt. In Mecklenburg-Vorpommern geht der Bock nämlich bereits schon am 1. Mai auf.

Fun Fact ist, dass dieser heuer auf einen Montag fällt und wir deswegen mit besonders jagdlustigen Jägern zu rechnen haben. Es dürften sich also besonders viele Maiböcke bei uns in der Wildannahme einstellen. Das freut uns als Wildmetzgerei nicht unerheblich, denn diese Maiböcke sind waidgerecht erlegt und schnell zu uns gebracht worden.

Beste Qualität also. 

Gourmets kommen beim Gedanken an fein aufgeschnittenes Reh-Carpaccio, Reh-Rilette im Glas oder ein paar Rädle Rehsalami bereits ernstzunehmende Lenz-Wallungen. Aber auch weniger an den profan-lukullischen Dingen Interessierte, sprich, die Mehrheit von uns durch den Alltag stolpernden, dürfte sich für den ein oder anderen Vorteil interessieren. Den aphrodisierenden.

Richtig. Rehfleisch ist ein Aphrosidiakum. Das ist nicht wissenschaftlich bewiesen, zugegeben, aber unser Gedankengang geht so. Das Horn der Geweihträger Hirsche und Rehe gilt in vielen Teilen der Welt als potenzfördernd. Und in der Tat stützen die Geburtsstatistiken dieser Länder diese zugegeben steile These. Womit sie, zumindest für uns, bewiesen wäre. Das Horn der Rehböcke wächst jedes Jahr nach. Dass es nicht vor lauter Lust und Liebe gedeiht, dürfte auch den Fensterplatz-Inhabern im Sachkundeunterricht klar sein. Nein, logischerweise wächst das Geweih so prächtig, weil es unseren Rehböcken und Hirschen in Mecklenburg-Vorpommern so gut geht.

Sie sehen also: im Mecklenburger Wildfleisch steckt Liebe drin. Wortwörtlich. Ein durchaus schmackhafter Frühlingsschwank. 

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