Vom Brunften in Mecklenburg-Vorpommern

Treffen sich zwei Jäger (in den schönen Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns) ...

  • Jäger 1: Du, ich bin in Mecklenburg zur Hirschbrunft und hoffe einen Hirsch erlegen zu können.
  • Jäger 2: Ist aber spät für die Rotwildbrunft.
  • Jäger 1: Ne, ich bin ja zur Damwildbrunft hier…
  • Jäger 2: Ah, Damwildbrunft, das ist ein herrliches und erhabenes Schauspiel! Wünsche Waidmannsheil.
  • Jäger 1: Erhaben? Asynchrones Herumrülpsen trifft’s wohl eher...

 

Es ist nicht verwegen, wenn man die Gepflogenheiten der Dam- wie auch Rotwildbrunft als oft wenig vornehm bezeichnet. Aber von vorne: In Mecklenburg sind zwei echte Hirscharten heimisch, der Dam- und der Rothirsch (in Deutschland gibt es ganz im Südwesten noch vereinzelte Sikahirsche). Als unechte oder Trughirsche werden Rehe und der höchstselten vorkommende Elch bezeichnet. Der Rot-, auch Edelhirsch genannt, ist weitaus grösser als der Damhirsch – und auch im Brunftverhalten unterscheiden die beiden Arten sich etwas. 

Der Rothirsch sondert sich, seinen Hormonen geschuldet (wir Männer kennen das) von seinem Hirschrudel gegen Ende August ab und sucht Kahlwild, also weibliche Hirsche, auf, die er – mit etwas Glück – am Brunftplatz auffindet. Dieser ist ein vom Kahlwild bevorzugt und oft standorttreu aufgesuchter Ort, meist eine Waldlichtung, wo sich Hirschin 1 bis 20 die Klinke in die Hand geben und genüsslich alles äsen und kaputtschälen, was ihnen für den Äser, also das Maul, kommt. 

Wo viel weibliches Vieh, ist viel männliches Vieh nicht weit. Da die Segnungen des Sozialismus die Hirsche auch zu DDR-Zeiten partout nicht ereilen wollten, kriegt aber nur ein Mecklenburger Hirsch das ganze Rudel ab – er wird Platzhirsch genannt und hat seine Tiere im Griff, wenn er auch nicht ihr Anführer, sondern eher ihr Wächter ist. Da Hirsche als diskussionsfaul gelten, wird in beeindruckenden Brunftkämpfen abgemacht, wer sich für die Dauer der Brunft Platzhirsch nennen darf. Privilegien, die als Platzhirsch genossen werden, sind: Markieren, Suhlen, Scharren und Röhren. Und natürlich brunften…nicht umsonst wird das Gehänge der Hirsche auch Brunftkugeln genannt. Alles klar? 

Beim Damwild geht es höchst ähnlich zu, allerdings muss der kleineren, oft zu Unrecht weniger geschätzten Hirschart, nachgesagt werden, einen weitaus weniger majestätischen Brunftruf auszustossen. Internisten würden die Einnahme von Natron empfehlen, klingt er doch sehr nach Aufstossen durch Sodbrennnen. Zudem brunft’s beim Damwild etwa 4-6 Wochen später im Jahr. 

Beiden Hirscharten ist gemein, dass ihr Fleisch vorzüglich schmeckt (ein geschmacklicher Unterschied ist auch für Kenner nur schwer feststellbar) und dass für uns in der Wildmanufaktur der Aufgang der Brunft auch der Auftakt der hektischen, wildreichen Zeit bedeutet. Frisches, ehrliches Wildfleisch ist ein Saisongeschäft, dass eben vor allem im Herbst stattfindet. Für uns fallen nun wieder viele Überstunden an – und einige schöne Jagdmomente während der Brunft. 

 

Waidmannsheil und einen wilden Appetit. Brunften macht eben Hunger! 

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