Wildes Grillen - Aber zuschauen mag i ned

Zungenküsse zweier sich zugeneigter Menschen sind für Außenstehende mitunter Anlass zu verstohlener Eifersucht über so viel zur Schau gestelltes Glück, insbesondere wenn sich die Lippen unter freundlicher Mitwirkung der Zunge in aller Öffentlichkeit zum wohlgefälligen Austausch treffen. Vor der 68er-Revolution sozialisierte sind mitunter noch immer über den Verfall aller Sitte empört, später zur Reife gelangten mögen dem Treiben weniger trübsinnig beiwohnen, jedoch, so scheint mir, trifft es ein Lied aus der Operette «Im Weißen Rössl» aus dem Jahre 1930 ganz treffend: «Aber zuschauen mag i ned!».

Das gilt für vielerlei, nicht für fürs «French Kissing». So ist bisweilen die Tristesse auf deutschen Balkonen und Terrassen, in Parks und an Uferpromenaden anzuprangern, die sich wie ein Schleier des schlechten Geschmacks über alle an ihr Beteiligten legt, wenn zu einer Grillade, einem Grill oder, noch schlimmer, BBQ geladen wird. Leser, die solche Einladungen überlebt haben, berichten ungeheuerliches: Supermarktbratwürste unbekannter Fleischherkunft mit zweifelhafter Beschaffenheit werden da unter großem Gejohle in die Glut gegeben, aus Formfleisch geformte Zigeunerpeitschen landen nicht minder beklatscht in den Gaumen der Grilleure. Ja, es ist angebracht, den Vergleich zum öffentlichen Zungenkuss zu ziehen: Eben zuschauen mag i ned.

Es gäbe drei Arten, diesen Umtrieben Einhalt oder Eindämmung zu gebieten: Man verbietet sie, man vertuscht sie, oder man verbessert sie. Zwar sind wir Jäger ein gesetzestreuer Menschenschlag, ein Gesetzesdurchsetzungsrecht haben wir aber nicht. Ein Verbot, oder eine Vertuschung der oben beschriebenen Events kommt für die lodengrüne Fraktion daher nicht in Frage. Es bleibt nur die Verbesserung, und nach zahlreichen Nächten intensiver und cognac-schwangerer Diskussion unter Gleichgesinnten, und unter dem drückenden Geschmauche zahlreicher Pfeifen, ist der Entschluss in uns gereift, diesem hehren Ansinnen vor allem durch bessere Zutaten Geltung zu verschaffen.

Wild nämlich, die Frucht der Jagd, eignet sich wie kein zweites Fleisch für das Zubereiten auf dem Grill. Eine Rehkeule, geschnitten als handliche Rehsteaks, ist dem Gaumen dreimal lieber als kurzgebratenes kleines Fleisch-Plaisir als die vorerwähnten Zigeunerpeitschen. Ein Hirschrücken, vorher kurz im Ofen angewärmt, ist nach einer kurzen Garzeit auf dem Grill zarter wie jedes Rindsfilet. Und preislich sogar noch attraktiv. Aus dem Fleische des Wildschweins lassen sich hervorragende Bratwürste mit Fenchel machen und bei ausgewählten Metzgern erstehen. Ja sogar Fleischkäse aus Wildfleisch ist in jeder Hinsicht so gut wie sein Pendant vom Hausschwein, egal ob aus der Pfanne, direkt aus dem Kühlschrank oder eben vom Grill.

Es ist für Sie als Leser sicher keine Überraschung, dass der Abschluss dieses Textes darin besteht, die Vorzüge des Wildes auf dem Grill näher zu beleuchten und ihnen sogar anzuraten, ihr Grillsortiment inskünftig bei der Wildmanufaktur im Klosterdorf Dobbertin zu beziehen. Wir führen marinierte, naturreine Steaks aus dem Wildschweinnacken, aus dem Hirschrücken, zum Teil sogar mit Knochen wie unsere schön anzusehenden Tomahawks. Ja sogar eine waschechte Hirschkalbs-Krone nach französischer Art schneiden wir Ihnen gerne auf Vorbestellung und nach Verfügbarkeit.

Das alles macht unser freundliches Team in Dobbertin möglich, die wir Ihnen bereits in einem Blog vor Weihnachten vorstellen durften. Sie werden sicher wieder die fleißige Heide, die präzise Annett und den umtriebigen Dirk erkennen, wenn sie mit ihnen reden. Wir raten es an.

Unterstützen Sie uns, und die Jägerschaft dabei, Grillen wieder zusehends würdig zu machen: Aber zuschauen, mag i gern!

 

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